| 13.07.2010 Kieler Kicker wollen den Titel | | Drucken | |
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Kiel. Sie sind zwischen 25 und 54 Jahren alt, haben es oft nicht leicht gehabt im Leben und verfolgen ein gemeinsames Ziel: „Hanibals Erben", die Fußballmannschaft des Kielers Drogenhilfe-vereins Odyssee e.V. will zu dritten Mal Sieger bei der; „Deutschen Fußballmeisterschaft der Wohnungslosen" werden.
Gemeldet sind 18 Teams aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter auch eine zweite Kieler Mannschaft -„ Integrale Hempels" des Straßenmagazins Hempels. Doch „Hannibals Erben" sind die Titelverteidiger, waren 2006 und 2009 Meister, 2007 Vizemeister und 2008 Vierter. Sie trainieren regelmäßig das gesamte Jahr über in der Turnhalle oder auf dem Sportplatz in der Gorch Fock Schule in Hasseldieksdamm, während in der intensiven Vorbereitungsphase aufs Turnier spendiert das Fußballcenter Pagelsdorf mehr Trainingseinheiten auf einem seiner Plätze. Allerdings hat das „Personal" fast komplett gewechselt, lediglich drei Spieler aus dem Vorjahr sind noch dabei, denn es gilt die Regel: Teilnehmen darf nur, wer innerhalb der letzten zwei Jahre vor dem Turnier Wohnungslos oder in einem Drogenentzug war oder seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf von Straßenmagazinen verdiente. Und es gilt noch eine andere Regel: Zeitpunkt des Turnier clean sein. Nur Werner ist von Beginn an dabei. 30 Jahre war er drogenabhängig, ist auch dank des Fußballs abstinent geworden, stand beim Titelgewinn 2006 im Tor, und erhielt wegen seiner Wendigkeit den Beinahmen „Katze". Jetzt ist der 54 Jährige Co-Trainer bei „Hannibals Erben" strahlt eine unglaubliche Ruhe und Zuversicht aus und zeigt beim Training, dass es trotz komplizierter Knieoperation, immer noch kann. Auch Matin(40) gehört zu den" alten Hasen", ist seit 2007 bei „Hannibals Erben" Torwart, seit seiner letzten Entzugsmaßnahme und inzwischen als Mitarbeiter beim Sicherheitsdienst angestellt. Andere sind ebenfalls auf einem guten Weg zu einem geregelten Leben, einer geht zur Abendschule, um seinen Realschulabschluss nachzuholen ein zweiter ist Altenpfleger ein dritter sozialpädagogischer Assistent und will mit behinderten Kindern arbeiten. Dass das Fußball spielen dabei eine große Hilfe ist und auch wichtige Regeln für Leben mitgibt, wusste Trainer Olaf Hansen von Anfang an: „ Aus Einzelgängern wird hier eine Mannschaft mit Wir-Gefühl, und es wird klar, dass man eben d mehr erreichen kann, wenn man zusammen hält", sagt er. Neben dem fußballerischen können zahlen sich Ehrgeiz, Disziplin, Teamgeist und das besonders aus, wen man: „ Soziale Kompetenz" nennt: Aus jeder Mannschaft, die am Turnier in Hamburg teilnimmt, sucht sich der neue Bundestrainer Stefan Huhn seine Kicker für die Nationalmannschaft zusammen. Wer dabei ist und sich bewährt, fährt im September mit zum Homeless Wordcup - in diesem Jahr geht's nach Rio de Janeiro. Martin weiß, was so eine Homeless Wordcup für eine tolle Sache ist. Er war 2008 in Melbourne dabei und schwärmt davon noch heute: Ein wahrgewordener Traum." |